BEURTEILUNG DER PREISE DER EUROPÖISCHEN STROMMÄRKTE ENDE 2015

 In Nachrichten

Information aufgearbeitet von AleaSoft, führendes Unternehmen in der Entwicklung von Modellen zur Preis- und Verbrauchsprognose für europäische Energiemärkte.

08.02.2016 Die wesentlichen europäischen Strommärkte zeigten im Jahr 2015 ein Mischverhalten, mit Ausnahme des dritten Quartals, als die Hitzewelle den Kontinent traf und einen allgemeinen Preisanstieg verursachte, wie es auch im gleichen Quartal des Vorjahres der Fall war. Im Vorjahrsvergleich zeigten die Märkte MIBEL und EPEX SPOT Frankreich eine Preissteigerung, die auf einem erhöhten Strombedarf beruhte. Die Märkte EPEX SPOT-Phelix und N2EX hingegen verzeichneten einen Preisrückgang der wesentlichen zur Stromerzeugung genutzten Brennstoffe; desweiteren stieg in Deutschland die Erzeugung aus Windkraft. Der italienische Markt IPEX unterlag keinen auffallenden Veränderungen, was auch die geringen Schwankungen, verglichen mit dem Vorjahr, in Wind- und Wasserkraft sowie Stromverbrauch belegen.  

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Quellen: EPEX SPOT-Frankreich – EPEX SPOT, EPEX SPOT Phelix – EPEX SPOT, N2EX – NORD POOL, IPEX – GME, MIBEL – OMIE. Die Marktpreise des N2EX-Marktes sind umgerechnet in €/MWh angegeben (ursprüngliche Werte in £/MWh).

Im Jahr 2015 stieg der Marktpreis des MIBEL  in Spanien und Portugal wesentlich im Vergleich zum Jahr 2014. Der Anstieg des Jahresbedarfs in Kombination mit der geringen Erzeugung aus Wind- und Wasserkraft in Spanien hat dazu geführt, dass der Durchschnittspreis des Jahres 2015 bei 50,32 €/MWh für Spanien und 50,43 €/MWh für Portugal lag, was eine Steigerung von einem Jahr zum nächsten von 8,19 €/MWh und 8,57 €/MWh darstellt. Der Monat mit dem niedrigsten Preis des Jahres war Februar mit einem Durchschnittspreis von 42,57 €/MWh für beide Länder, was jedoch weit entfernt von dem Preis im Februar 2014 von 17,12 €/MWh liegt. Der Monat mit den höchsten Preise war Juli mit 59,55 €/MWh und 59,61 €/MWh in Spanien bzw. Portugal. In diesem Monat war die Erzeugung aus Wind- und Wasserkraft in Spanien niedrig im Vergleich zum Vorjahr und die Stromnachfrage zeigte einen signifikanten Anstieg aufgrund der Hitzewelle. Ferner wurde in 2015 nicht eine Stunde mit einem Preis von 0 €/MWh registriert, was seit 2008 nicht passiert ist.

Im Day-Ahead-Markt EPEX SPOT-Frankreich lag der Preis in 2015 bei 38,48 €/MWh, 3,85 €/MWh über dem des Jahres 2014. Allerdings war der Anstieg am drastischsten im ersten und dritten Quartal mit 7,15 €/MWh, respektive 7,44 €/MWh. Per Preis stimmte in 2015 in 12,74% der Stunden mit dem MIBEL-Preis überein, worunter sich 35% der Stunden nach der Verknüpfung von Spanien und Frankreich am 5. Oktober ereigneten.

Während des Jahres 2015 fiel der Durchschnittspreis des EPEX SPOT-Phelix in Deutschland und Österreich nur gering gegenüber 2014, nämlich um 1,12 €/MWh, auf 31,76 €/MWh. Diese Reduktion war in der ersten Hälfte des Jahres am auffälligsten mit einem Unterschied von 2,08 €/MWh im Vergleich zu 2014. Das einzige Quartal, in dem der Preis höher lag gegenüber dem Vorjahr, war das dritte, verursacht überwiegend durch die Hitzewelle. Dieser Anstieg betrug 1,30 €/MWh.

Der britische Markt N2EX zeigte einen jährlichen Durchschnittspreis von 40,43 £/MWh (55,72 €/MWh), gegenüber 2014 1,67 £/MWh niedriger aufgrund der gesunkenen NBP-Gaspreise, sowie eines Rückgangs der Nachfrage um 2,9% gegenüber 2014. Der wesentlichste Rückgang erfolgte im vierten Quartal mit 7,64 £/MWh gegenüber dem Vorjahr. Im zweiten und dritten Quartal stieg der Preis jedoch, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres, um 2,78 £/MWh, respektive 2,72 £/MWh. In der Grafik sind diese Rückgänge nicht wahrnehmbar, da sie dadurch entstanden, dass der Euro um 11,04% gegenüber dem Pfund fiel, so dass letztendlich der jährliche Durchschnittspreis im Jahr 2015 wuchs (in Euro betrachtet).

Im IPEX-Markt Italiens lag der Preis 2015 bei 52,31 €/MWh, lediglich 0,23 €/MWh höher als in 2014. Dieser Anstieg konzentrierte sich überwiegend auf das erste Halbjahr, mit 0,37 €/MWh im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014. Der Monatsdurchschnitt schwankte zwischen 47,27 €/MWh und 55,66 €/MWh, abgesehen vom Julipreis (eine Folge der bereits erwähnten Hitzewelle), wo er sich auf 67,77 €/MWh belief, 21,35 €/MWh höher als in Vorjahr.

AleaSofts Preisprognose für die wesentlichen Strommärkte Europas für das Jahr 2016

AleaSoft prognostiziert für 2016, dass der Strompreis der wichtigsten europäischen Märkte niedriger ausfallen wird, auf ganzer Linie.

Preise der für die Stromerzeugung genutzten Brennstoffe

Der durchschnittliche Barrilpreis für Brent-Rohöl fiel in 2015 stark ab, um 46,63$ gegenüber 2014. Für das „schwarze Gold“ wurde 35,98 $/bbl gezahlt, welches den niedrigsten Preis seit 2008 darstellt. Während der gesamten Monate des Jahres lag der Preis drastisch unter dem des Jahres 2014, wobei die geringste Differenz eine von 24,22 $/bbl im Dezember war und die größte mit 60 $/bbl im Januar. Der Fall des Brent-Rohölpreises ist im Wesentlich auf die Weigerung der OPEC die Ölproduktion zu senken und den Rückgang in der Nachfrage durch den Konjunkturrückgang, unter dem China (einer der weltweit größten Verbraucher dieses Produktes) litt, zurückzuführen.

Für CIF ARA-Kohle, die in Europa Referenz ist, galt in 2015 der gleiche Abwärtstrend, der schon seit 2013 vorherrscht. Der Jahresdurchschnitt lag bei 56,34 $/t, gesunken um 19,01 $/t im Vergleich zum Vorjahr. Ein ausgeprägter Rückgang wurde im Dezember verzeichnet, mit einer Differenz von 24,50 $/t gegenüber Dezember 2014.

Der Gaspreis, sowohl das Gas Zeebrugge als auch NBP, ist im Jahr 2015 unentwegt gesunken. Während der Preisrückgang in 2015 konstant gewesen ist, zeigte der Kurvencharakter in 2014 einen starken Rückgang in 2015. Der Durchschnittspreis von Zeebrugge-Gas lag 2015 bei 19,83 €/MWh, lediglich 1,12 €/MWh geringer als im Jahr 2014 und der des NBP-Gas bei 14,62 £/MWh, 2,50 £/MWh geringer als im Vorjahr.

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Quellen: CIF ARA – EEX, BRENT – EIA, ZEEBRUGGE- NetConnect Germany, NBP – ICE ENDEX.

AleaSofts Prognose-Szenario der Brennstoffe erwartet für 2016, dass die Preise für alle Brennstoffe in 2016 niedriger sein werden als in 2015.

Preise der CO2-Emissionsrechte

Der durchschnittliche Preis 2015 für CO2-Emissionsrechte hat sich gegenüber 2014 um 1,68 €/t erhöht und lag somit bei durchschnittlich 7,69 €/t und zeigte einen klaren Aufwärtstrend mit einem durchschnittlichen Preis im Dezember von 8,29 €/t. Aleasoft erwartet, dass es zu einem Preisrückgang kommen wird, verglichen mit dem Jahresende 2015.

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Quelle: EEX.

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