AleaSoft Energy Forecasting, 29. September 2026. Die Schwierigkeiten einiger Photovoltaikprojekte in Spanien dürfen nicht als Krise der Zukunft dieser Technologie missverstanden werden. Niedrige erzielte Preise und Stunden mit Preisen von null oder negativen Preisen stellen neue Herausforderungen dar. Die zunehmende Elektrifizierung der Wirtschaft, der Ausbau von Speichern und ein ausgefeilteres Energiemanagement eröffnen der Photovoltaik jedoch eine Phase neuer Chancen.

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Vom Kapazitätsausbau zur Wertschöpfung

Jahrelang bestand das Hauptziel des Übergangs zu erneuerbaren Energien darin, die Erzeugungskapazität zu erhöhen. Die Photovoltaik hat in den mittleren Tagesstunden einen beträchtlichen Teil der Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen ersetzt und die Strompreise in diesen Stunden gesenkt.

Der Erfolg dieses Prozesses hat jedoch eine neue Herausforderung geschaffen. Wenn Tausende von Photovoltaikanlagen gleichzeitig produzieren, drückt das hohe Angebot die Preise und verringert die Einnahmen der Solarstromerzeuger selbst. Hinzu kommt das Risiko von Abregelungen und Erzeugungsbeschränkungen. Diese Umstände betreffen insbesondere Projekte, deren Investitionsentscheidungen und Finanzierungsentscheidungen auf der Erwartung höherer erzielter Preise beruhten, als sie derzeit erreicht werden.

Diese Situation bedeutet nicht, dass die Photovoltaik nicht mehr wettbewerbsfähig ist. Laut dem im Juli 2026 veröffentlichten IRENA-Bericht zu den Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2025 lagen die globalen gewichteten durchschnittlichen Stromgestehungskosten neuer Photovoltaikanlagen bei $44/MWh und damit praktisch unverändert gegenüber dem Vorjahr. Es verändert sich weniger die Wettbewerbsfähigkeit der Technologie als vielmehr die Bedingungen des Marktes, auf dem sie ihre Produktion verkauft. Künftig wird es neben der Stromerzeugung notwendig sein, zu steuern, wann diese Energie erzeugt, gespeichert und verkauft wird.

Wertmanagement als entscheidender Faktor für die Photovoltaik

Die finanziellen Schwierigkeiten bestimmter Photovoltaikprojekte sind real und erfordern auf den Einzelfall zugeschnittene Antworten, etwa eine Überprüfung der Finanzierungsstruktur, die Neuverhandlung von Verträgen, die Ergänzung um Speicher oder die Optimierung des Energieverkaufs. Sie dürfen jedoch nicht auf die Technologie als Ganzes übertragen werden.

Die Entwicklung der Photovoltaik treibt einen umfassenderen Wandel des Stromsystems voran. Dieser erfordert neue Investitionen in Speicher, Netze und Verbindungsleitungen, eine größere Nachfrageflexibilität sowie Marktsignale, die Flexibilität und Reserveleistungen fördern. Diese Herausforderungen bieten zugleich Chancen für Stromlieferanten, Erzeuger, Projektentwickler im Bereich erneuerbare Energien, Speicherbetreiber, Großverbraucher und Investoren.

Ein Stromsystem mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien benötigt auch Windkraft, Wasserkraft, Speicher, regelbare Erzeugung und Netze. In diesem Mix verfügt die Photovoltaik über sehr günstige Voraussetzungen, um ihren Beitrag zur weltweiten Stromerzeugung weiter zu erhöhen. Ihre nächste Phase wird von der Fähigkeit geprägt sein, Solarstromerzeugung, Speicher, Elektrifizierung und intelligenteres Energiemanagement zu kombinieren, damit jede erzeugte Megawattstunde dem System, den Verbrauchern und den Projekten mehr Wert bringt.

Photovoltaik und Batterien: Hybridisierung als Antwort

Energiespeicher werden bei diesem Wandel eine Schlüsselrolle spielen. Die Kombination von Photovoltaik mit Batterien ermöglicht es, einen Teil der Produktion in den Stunden mit der höchsten Solarstromerzeugung zu speichern und den Verkauf auf andere Tageszeiten zu verlagern, in denen Nachfrage und Preise höher sein können. So können Anlagen ihren erzielten Preis verbessern, Abregelungen verringern und ihre Einnahmequellen diversifizieren. Batterien können zudem am Intraday-Markt teilnehmen und Systemdienstleistungen erbringen sowie über Kapazitätsmechanismen Einnahmen erzielen.

Die Ergänzung um eine Batterie garantiert jedoch für sich genommen keine höhere Rentabilität. Die Dimensionierung, die Investitionskosten, die Entwicklung der Preisdifferenzen, die Bedingungen für den Marktzugang und die Betriebsstrategie bestimmen den Wert, den sie für das jeweilige Projekt schafft. Mit dem Wachstum der installierten Speicherkapazität wird es außerdem notwendig sein, vorauszusehen, wie sich Preise und Arbitragemöglichkeiten verändern werden.

Deshalb wird die Zukunft vieler Photovoltaikanlagen von der Hybridisierung und dem integrierten Management von Erzeugung und Speicherung geprägt sein. Dabei werden Flexibilität und Einnahmenoptimierung gegenüber dem Produktionsvolumen zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Die Elektrifizierung der Wirtschaft wird die Nachfrage antreiben

Neben der Speicherung gibt es einen weiteren strukturellen Wandel, der der Photovoltaik Wachstumsperspektiven eröffnet: den steigenden Anteil von Strom am Endenergieverbrauch. Die Elektrifizierung von Verkehr, Industrie sowie Wärme- und Kälteversorgung wird zusammen mit Rechenzentren, erneuerbarem Wasserstoff und anderen neuen Verbrauchern die Stromnachfrage in den kommenden Jahrzehnten antreiben.

Solarstromüberschüsse in bestimmten Stunden bedeuten nicht, dass die Photovoltaikerzeugung an eine Grenze gestoßen ist. Sie spiegeln zu einem großen Teil eine zeitliche Diskrepanz zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch wider. Die Herausforderung besteht darin, die Erzeugung aus erneuerbaren Energien, Speicher, Stromnetze und neue Stromanwendungen aufeinander abgestimmt zu entwickeln, wobei der Nachfrageflexibilität eine wichtige Rolle zukommt. Die Industrie, Rechenzentren und andere Großverbraucher werden ihre Verbrauchsprofile anpassen, Eigenverbrauch mit Speichern kombinieren und an Flexibilitätsmärkten teilnehmen können.

Das Nachfragewachstum wird der Photovoltaik mehr Spielraum eröffnen. Seine Auswirkungen auf die Solarstromeinnahmen werden allerdings auch von den Verbrauchsmustern, dem Netzausbau und dem Tempo abhängen, mit dem die verschiedenen Technologien in das System integriert werden.

Eine Technologie, die für weiteres Wachstum bereit ist

Die Photovoltaik weist Eigenschaften auf, die sie in eine gute Ausgangslage versetzen, einen beträchtlichen Teil des künftigen Wachstums der Stromnachfrage zu decken. Sie ist eine modulare und skalierbare Technologie, die sich relativ schnell installieren lässt und sowohl in kleinen Eigenverbrauchsanlagen als auch in großen netzgekoppelten Anlagen eingesetzt werden kann. Ihre niedrigen Erzeugungskosten, die reichlich verfügbare Sonnenenergie und die Möglichkeit der Kombination mit Speichersystemen verstärken diese Vorteile.

Auch der technologische Fortschritt wird weiterhin einen Beitrag leisten: Verbesserungen der Effizienz von Modulen, Wechselrichtern, Speichersystemen und Managementinstrumenten werden es ermöglichen, den Betrieb der Anlagen zu optimieren.

Von der Stromerzeugung zum Management von Anlagen, Verträgen und Märkten

Dieser Wandel erfordert auch eine neue Art, Projekte im Bereich erneuerbare Energien zu entwickeln, zu bewerten, zu finanzieren und zu betreiben. Traditionell war die während der Nutzungsdauer einer Anlage erwartete Produktion die wichtigste Größe für die Bewertung einer Photovoltaikinvestition. Nun gewinnt der Wert dieser Produktion unter verschiedenen Marktszenarien zunehmend an Bedeutung: wann sie verkauft werden kann, welcher Anteil sinnvollerweise gespeichert werden sollte und wie das Preisrisiko gesteuert werden kann.

Investitions- und Finanzierungsentscheidungen werden daher Analysen erfordern, die Prognosen der erzielten Preise, stündliche Preisdifferenzen, potenzielle Speichereinnahmen aus Systemdienstleistungen und Kapazitätsmechanismen, die Batteriedegradation, PPA-Verträge und die verschiedenen Absicherungsinstrumente einbeziehen. Die Rentabilität der Projekte wird wesentlich von der Fähigkeit abhängen, Marktveränderungen vorauszusehen und Strategien zu entwickeln, die Einnahmen optimieren und Risiken kontrollieren. Hierfür werden langfristige Preisprognosen, probabilistische Szenarien und die gemeinsame Simulation von Erzeugung und Speicherung während der gesamten Nutzungsdauer der Anlagen unverzichtbare Instrumente sein.

Prognosen und Hybridisierungsanalysen: die Rolle von AleaGreen und AleaStorage

AleaGreen, die Division von AleaSoft Energy Forecasting, die auf langfristige Prognosen spezialisiert ist, stellt Kurven der Strommarktpreise mit stündlicher Auflösung und Zeithorizonten von bis zu 40 Jahren sowie Prognosen der Solar- und Windenergieproduktion bereit. Diese Prognosen ermöglichen es, die erzielten Preise der Photovoltaikenergieproduktion abzuschätzen, und bilden die Grundlage für die Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien, die Bewertung von PPA, Absicherungsstrategien und die Portfoliobewertung. Dadurch können Entwickler, Investoren und Banken mit größerer Sicherheit Entscheidungen über ihre Photovoltaikanlagen treffen.

AleaStorage, die auf Energiespeicher spezialisierte Division, schätzt die Einnahmen von Stand-alone-Batterien und mit erneuerbaren Energien hybridisierten Batterien auf den Energiemärkten und aus Systemdienstleistungen. Sie analysiert Hybridisierungsprojekte mit Photovoltaik und Windkraft, um Einnahmen zu maximieren und Risiken zu verringern, bewertet Einnahmen aus Kapazitätsmärkten und modelliert langfristige Preis- und Volatilitätsszenarien.

Quelle: AleaSoft Energy Forecasting

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