AleaSoft Energy Forecasting,23. April 2026. Die europäische Strombranche befindet sich aufgrund des massiven Einzugs erneuerbarer Energien, der zunehmenden Volatilität und der wachsenden Bedeutung von Speicherkapazitäten in einem strukturellen Wandel. Vor diesem Hintergrund sind Marktprognosen nicht mehr nur ein Analyseinstrument, sondern werden zu einem Schlüsselelement bei der Projektfinanzierung. Die Bankfähigkeit, die Robustheit und die Einbindung in Finanzmodelle bestimmen nun den tatsächlichen Wert dieser Prognosen.
Traditionell wurde die Qualität einer Prognose anhand ihrer Genauigkeit oder ihrer methodischen Ausgereiftheit gemessen. Das entscheidende Kriterium hat sich jedoch dahingehend gewandelt, ob sie in einem Investitions- oder Risikogremium genutzt, verteidigt und akzeptiert werden kann. Dieser Wandel macht den Unterschied zwischen einer technisch korrekten und einer tatsächlich nützlichen Prognose im Bereich Project Finance aus.
Von Preiskurven zu bankfähigen Inputs
In der Praxis bedeutet diese Entwicklung, dass man nicht mehr nur mit einfachen Preiskurven arbeitet, sondern bankfähige Daten für Finanzmodelle bereitstellt, die eine robuste Modellierung der Cashflows von Projekten im Bereich erneuerbare Energien und Speicherung ermöglichen, schlüssige Szenarien wie P50, P10 und P90 zu erstellen, Schlüsselkennzahlen wie den DSCR (Debt Service Coverage Ratio) zu bewerten, Risiko- und Stressszenarien zu analysieren sowie Absicherungsstrategien und Finanzierungsstrukturen zu definieren. Auf diese Weise ist die Prognose nicht mehr nur eine isolierte Zahl, sondern wird zu einem integralen Bestandteil des Finanzmodells des Projekts.
Der Fall der Datenspeicherung: Komplexität und Chancen
Einer der Bereiche, in denen dieser Wandel am deutlichsten zu spüren ist, ist die Energiespeicherung, insbesondere bei BESS-Systemen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, deren Einnahmen hauptsächlich von der Produktion und dem Marktpreis abhängen, eröffnet die Speicherung vielfältige Einnahmequellen und einen deutlich komplexeren Betrieb.
Die Bewertung dieser Projekte erfordert langfristige stündliche Prognosen, die die intratägliche Marktstruktur widerspiegeln, eine realistische Modellierung der Arbitrage-Spreads, eine detaillierte Volatilitätsanalyse sowie die Berücksichtigung von Faktoren wie der Alterung der Batterien und betrieblichen Einschränkungen.
Zudem gewinnen die Einnahmen aus Regelungsdienstleistungen und Flexibilitätsmärkten zunehmend an Bedeutung. In Netzen mit hohem Anteil an erneuerbaren Energien können diese Dienstleistungen einen erheblichen Teil der Einnahmen eines BESS-Systems ausmachen. Werden sie nicht berücksichtigt oder vereinfacht dargestellt, kann dies zu falschen Projektbewertungen führen, was sich direkt auf die Finanzierbarkeit auswirkt.
Das Risiko vereinfachter Modelle
Eines der größten Risiken in diesem neuen Paradigma ist der Einsatz übermäßig vereinfachter Modelle, die die tatsächliche Marktvolatilität nicht erfassen, die Auswirkungen des Anteils erneuerbarer Energien auf die Spreads unterschätzen, Regelungsdienste nicht angemessen einbeziehen oder die Alterung von Batterien nicht korrekt modellieren. Diese Ansätze führen zu unrealistischen Szenarien, die die Prüfung im Rahmen von Finanzierungsprozessen kaum bestehen.
Mehr als nur Präzision: Beständigkeit und Robustheit
Finanzinstitute, Fonds und Berater legen bei Due-Diligence-Prüfungen Wert auf methodische Konsistenz zwischen den Projekten, Robustheit gegenüber verschiedenen Marktszenarien, Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Modelle sowie die Fähigkeit, die Ergebnisse zu erläutern und zu verteidigen. Ziel ist es, Unsicherheiten zu verringern und das Risiko zu minimieren, das mit Entscheidungen auf der Grundlage wenig fundierter Annahmen verbunden ist.
Die Finanzierbarkeit als zentrales Kriterium
All dies läuft auf das Konzept der Bankfähigkeit hinaus, das zum zentralen Kriterium geworden ist. Eine Prognose gilt als bankfähig, wenn sie nicht nur technisch fundiert ist, sondern sich auch reibungslos in ein Finanzmodell integrieren und vor einem Investitionsausschuss verteidigen lässt. Dies bedeutet, sich an der Sprache und den Anforderungen der Projektfinanzierung zu orientieren und nicht nur an akademischen oder statistischen Kriterien.
Entscheidungsfindung angesichts der Marktvolatilität
Die Strombranche entwickelt sich hin zu einem Umfeld, das von zunehmender Komplexität und Unsicherheit geprägt ist, in dem Marktprognosen eine entscheidende Rolle spielen. Ihr Wert liegt nicht mehr nur in der Nähe zum tatsächlichen Preis, sondern in ihrer Fähigkeit, Investitions- und Finanzierungsentscheidungen mit Zuversicht zu ermöglichen. Dieser Wandel ist kein vorübergehender Trend, sondern ein struktureller Wandel, der die Zukunft der Strommarktanalyse sowie der Entwicklung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien und Speichertechnologie prägen wird.
Prognosen und Analysen von AleaSoft Energy Forecasting für Projekte im Bereich erneuerbare Energien und Energiespeicherung
AleaSoft Energy Forecasting bietet über seinen Geschäftsbereich AleaGreen, bietet Langzeitprognosen an, die für die Finanzierung von Projekten im Bereich erneuerbare Energien sowie für die Aushandlung von PPA-Verträgen, die Bewertung von Vermögenswerten und die Entwicklung von Absicherungsstrategien unerlässlich sind. Zu den von AleaGreen angebotenen Dienstleistungen gehören Ertragsprognosen für verschiedene Arten von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien, ergänzt durch die entsprechenden Preisprognosen sowie Prognosen für Herkunftsnachweise.
Darüber hinaus erstellt der Geschäftsbereich AleaStorage Prognoseberichte für Projekte im Bereich Energiespeicherung. Zu den Dienstleistungen von AleaStorage gehören die Berechnung von Erträgen und Rentabilität sowohl bei Stand-alone-Batteriesystemen als auch bei Hybridlösungen, insbesondere bei Photovoltaikprojekten mit Speicherung.
Quelle: AleaSoft Energy Forecasting.
