AleaSoft Energy Forecasting, 21. Oktober 2026. Tolling-Verträge, Revenue-Share-Verträge und hybride PPAs erleichtern die Finanzierung von Batterien und das Management des Marktrisikos, erschweren jedoch ihre Bewertung und ihre bilanzielle Behandlung. So lautete die Analyse der Referenten von Deloitte im jüngsten Webinar von AleaSoft, die zuverlässige langfristige Preisprognosen als Grundlage nannten, um diese Verträge zu bewerten und die Annahmen gegenüber den Wirtschaftsprüfern zu begründen.

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Neue Vertragsstrukturen für Batterien und Hybridisierung

Das 70. Webinar von AleaSoft Energy Forecasting, das am 15. Oktober unter Beteiligung von Deloitte im siebten Jahr in Folge stattfand, analysierte die Verträge, die das Wachstum der Energiespeicher begleiten. Zu den traditionellen PPAs kommen nun Modelle hinzu, die die Flexibilität der Batterien nutzen, die Lieferprofile verbessern und Erlöse und Risiken zwischen den Parteien aufteilen. Laut Deloitte werden Swap-PPAs für Photovoltaikanlagen derzeit zu Preisen zwischen 22 €/MWh und 25 €/MWh angeboten, ein Niveau, das die Rentabilität der Projekte schmälert.

Bei einem Tolling-Vertrag überlässt der Eigentümer der Batterie deren Management zu 100% dem Optimierer im Gegenzug für einen Festpreis. Da es sich um vertraglich gesicherte Erlöse handelt, entfällt das Marktrisiko, und die Banken können die Höhe der Verschuldung auf Basis dieses Cashflows berechnen. In der von Deloitte vorgestellten Fallstudie senkt eine Batterie mit 100 MW und 4 Stunden Speicherdauer, die an eine Photovoltaikanlage mit 140 MWp gekoppelt ist, mit einem Tolling-Vertrag über 70 000 € pro MW für 10 Jahre den Eigenkapitalbedarf von 142 auf 86 Millionen Euro und erzielt eine Eigenkapitalrendite von 10,0%, gegenüber 10,2% im ausschließlich mit Eigenkapital finanzierten Merchant-Szenario.

Beim Revenue Share werden die von der Batterie erzielten Erlöse zwischen den Parteien aufgeteilt. Das Modell kann einen garantierten Mindesterlös (Floor) beinhalten, der den Eigentümer absichert und ihm zugleich ermöglicht, an zusätzlichen Gewinnen teilzuhaben. Außerdem entstehen Day-Ahead-Swaps, die direkt an die Marktpreise gekoppelt sind, sowie Storage-as-a-Service-Verträge, die die Verfügbarkeit des Speichers vergüten.

Hybride PPAs nutzen einen Teil der Batteriekapazität, um die Solarproduktion aus der Tagesmitte in die Stunden mit höheren Preisen zu verlagern. Dieses Profil ermöglicht einen höheren PPA-Preis als den einer Solaranlage ohne Batterie. Im Beispiel von Deloitte liegt die Eigenkapitalrendite bei Preisen zwischen 32 €/MWh und 41 €/MWh zwischen 8,7% und 10,2%, und es sind mindestens 40 €/MWh nötig, um die Renditen der anderen Szenarien zu erreichen.

Die bilanzielle Behandlung hängt von den Vertragsbedingungen ab

Álvaro Osés Lainez, Manager of Treasury Advisory bei Deloitte, erläuterte, dass die Struktur und die Klauseln jedes Vertrags seine bilanzielle Behandlung bestimmen. Bei PPAs besteht die grundlegende Unterscheidung zwischen physischen und finanziellen Verträgen. Ein physisches PPA ohne Take-or-Pay-Klauseln oder Optionalität kann als schwebendes Geschäft behandelt werden, bei dem die Erlöse in dem Maße erfasst werden, wie die Energie geliefert wird. Ein finanzielles PPA mit Differenzausgleich weist die Merkmale eines derivativen Finanzinstruments gemäß IFRS 9 auf und muss in der Bilanz angesetzt und zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.

Wertänderungen eines Derivats, das nicht als Sicherungsinstrument designiert ist, werden über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst und erzeugen Volatilität. Beim Hedge Accounting werden diese Änderungen im Eigenkapital ausgewiesen und wirken sich erst dann auf das Ergebnis aus, wenn die abgesicherten Energieverkäufe in die Gewinn- und Verlustrechnung eingehen.

Bei Batterieverträgen bestimmen die Abwicklungsmethode und die Kontrolle über den Vermögenswert den anwendbaren Standard. Ein Day-Ahead-Swap weist die Merkmale eines finanziellen Derivats auf und fällt unter IFRS 9. Ein Revenue Share mit garantierten Mindesterlösen ist ein hybrides Instrument, das die Anwendung von IFRS 15 und teilweise von IFRS 9 erfordern kann. Ein Tolling-Vertrag kann je nach seinen Abwicklungsmechanismen und danach, wer den Vermögenswert kontrolliert, unterschiedlichen Standards unterliegen, und bei Storage as a Service ist zu analysieren, ob eine Dienstleistung oder ein Leasingverhältnis vorliegt, gemäß IFRS 15 oder IFRS 16. Garantierte Zahlungen, Verlängerungsoptionen und Betriebsrechte an der Batterie können diese Einstufung verändern.

AleaSoft - bilanzielle Bewertung Vertraege eigenstaendige BESSQuelle: Deloitte

Die Bedeutung der Analyse der Auswirkungen vor der Unterzeichnung

Deloitte betonte die Notwendigkeit, die bilanzielle Analyse und die Bewertungsanalyse bereits in den frühesten Phasen der Verhandlung einzubeziehen, denn sobald der Vertrag unterzeichnet ist, lassen sich die Bedingungen, die darüber entscheiden, ob er für das Hedge Accounting qualifiziert ist, nicht mehr ändern. Das Unternehmen empfahl, diese Analyse vor der Unterzeichnung intern oder mit einem spezialisierten externen Berater durchzuführen.

Andernfalls kann sich ein Unternehmen zum Jahresende mit einem bereits unterzeichneten Day-Ahead-Swap wiederfinden, den es als bilanziell nicht relevanten Vertrag betrachtet hatte, während der Wirtschaftsprüfer dessen Bewertung verlangt. Kann das Unternehmen kein Hedge Accounting anwenden, fließen die Wertänderungen in die Gewinn- und Verlustrechnung ein und erzeugen eine Volatilität, die bei der Verhandlung nicht vorhergesehen worden war.

Langfristige Preisprognosen, grundlegend für die Bewertung

Der beizulegende Zeitwert eines PPA oder eines Batterievertrags hängt von nicht beobachtbaren Marktdaten und komplexen Bewertungsmodellen ab. Deloitte nannte als Einflussfaktoren die geringe Liquidität der Terminmärkte, die extreme Volatilität, die Verfügbarkeit langfristiger Daten, das Kontrahentenrisiko, Klauseln zu negativen Preisen und Strukturen mit Batterien.

In diesem Zusammenhang hob Álvaro Osés die Notwendigkeit zuverlässiger und solider Marktdatenquellen hervor und verwies auf die Rolle der stündlichen und monatlichen Preiskurven von AleaSoft Energy Forecasting, die von Wirtschaftsprüfern und anderen Prüfern akzeptiert werden, um die Bewertung dieser Instrumente zu begründen. Osés bezeichnete sie als praktisch den wichtigsten Input, sowohl bei der Bewertung von Derivaten als auch bei den Cashflow-Schätzungen der Finanzmodelle.

AleaSoft - PPA beizulegender ZeitwertQuelle: Deloitte

Während der Analyserunde wies Oriol Saltó i Bauzà, Associate Partner bei AleaSoft, darauf hin, dass sich die künftigen Erlöse einer Batterie nur abschätzen lassen, indem ihr Betrieb über langfristige Preisszenarien simuliert wird, da dieser Betrieb von den Stundenpreisen jedes Tages und von den am Vortag gefahrenen Zyklen abhängt. Einen erwarteten Preisspread mit einer festen Anzahl von Zyklen zu multiplizieren, bildet diese Komplexität nicht ab.

Vertraglich gesicherte Erlöse und vorherige Analyse, der Schlüssel zur Finanzierung von Speichern

Die Banken bleiben bei Batterien konservativ, da ihnen noch keine früheren Transaktionen zum Vergleich vorliegen, und sie geben vertraglich gesicherten Erlösen den Vorzug. Daher erweisen sich Tolling-Verträge, Revenue Share mit Floor und hybride PPAs als die Wege zur Finanzierung der Speicherkapazität, die das System benötigt. AleaSoft bezeichnete 2026 als das Jahr, in dem die installierte Batteriekapazität rasch zu wachsen beginnt. Über belastbare Preisprognosen zu verfügen und die finanziellen und bilanziellen Folgen vor dem Abschluss von Vereinbarungen zu analysieren, wird es ermöglichen, Risiken zu steuern und Investitionsentscheidungen zu untermauern.

Langfristige Prognosen für die Bewertung von Verträgen: die Rolle von AleaGreen

AleaGreen, der auf langfristige Prognosen spezialisierte Geschäftsbereich von AleaSoft Energy Forecasting, liefert Strommarktpreiskurven mit stündlicher Granularität. Diese ermöglichen es, die künftige Entwicklung der Preise und der stündlichen Profile zu analysieren, die den Wert der erneuerbaren Erzeugung und der Speicher bestimmen, und die Bewertung von PPAs, batteriebezogenen Verträgen und Portfolios von Energieanlagen zu untermauern.

Die von AleaSoft entwickelte Methodik, die auf 27 Jahren Erfahrung beruht, kombiniert Künstliche Intelligenz, ökonometrische Modelle, Zeitreihen und Analysen des Marktgleichgewichts. Ihre Konsistenz und die Möglichkeit, die Marktannahmen zu begründen, erleichtern ihre Verwendung in Finanzmodellen und ihre Überprüfung in Prüfungsprozessen.

Für Batterieverträge schätzt AleaStorage, der auf Energiespeicher spezialisierte Geschäftsbereich von AleaSoft Energy Forecasting, die Erlöse von eigenständigen Batterien und von mit erneuerbaren Energien hybridisierten Batterien, indem er ihren Betrieb über langfristige Preisszenarien simuliert.

Quelle: AleaSoft Energy Forecasting

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